Vogelbeermarmelade

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Zumindest für die anderen – #Tierfreitag

Leicht süß, leicht herb und ziemlich extravagant…


Shortcut

Vogelbeeren, Äpfel, Kristallzû = 1:1:1
Obst in Wasser weich kochen → pürieren
mit Zucker aufkochen (evtl Vanille, Rum, Pektin)


Jetzt geb ich’s auf! Seit zwei Wochen nun durchstreife ich die grüne Umgebung, immer mit Plastiksackerl und Gartenschere bewaffnet, auf der Suche nach einer Eberesche. Letztes Jahr hab ich in Vorarlberg und auf der niederösterreichischen Rax ganze Säcke voll mit deren leuchtend roten Früchten gesammelt. Aber hier – keine einzige verflixte Vogelbeere!

Aber da diese Marmelade so was Feines ist, gibt‘s das Rezept trotzdem für euch. Hoffentlich habt ihr mehr Glück und findet einen Baum zum Abernten.
Die Zeitangaben konnte ich in Ermangelung von Versuchsobjekten leider nicht genau stoppen (und mein Rezeptbüchlein war auch nicht hilfreich – da hab ich dummerweise nur „Verhältnis 1:1:1“ notiert) Aber das wird sicher kein Problem sein!

Vogelbeeren sammeln

Prinzipiell kann man die Früchte von jeder Art der Eberesche verzehren. Bei manchen muss man nur bis nach dem ersten Frost warten, dann sind sie nicht mehr ganz so bitter.
Praktischerweise sind jene Arten, die von sich aus schon besser zum Verzehr geeignet sind, auch meist jene, die in Parks angepflanzt werden und daher leicht zugänglich sind (oder auch nicht… :) ).

Um sicher zu gehen, dass man eine süße Sorte erwischt hat, kostet man eine rohe Beere: Ist der Geschmack bitter, aber erträglich, kann man mit der Ernte beginnen. Zieht es einem im Mund aber alles zusammen und die Nackenhaare stellen sich auf, sucht man besser noch nach einem anderen Baum.

Zutaten

500 g Vogelbeeren (und zwar nur die Früchte – die übrigens keine Beeren, sondern Kernobstfrüchte sind :) )
500 g Äpfel (sollen es nach dem Schälen sein)
500 g Kristallzucker
5 EL Wasser
eventuell Rum
eventuell 1 Vanilleschote
eventuell Pektin

Zubereitung

1. Die Vogelbeeren einzeln von den Stängeln zupfen. Das ist ein mühsames Geschäft – am besten man legt sich gute Musik auf oder sucht sich einen netten Gesprächspartner (der einem dann auch gleich zur Hand gehen kann :) ).

2. Vogelbeeren abwiegen. (Damit man auch wirklich genug Äpfel und Zucker hat.)
In einen Gefrierbeutel geben und über Nacht im Tiefkühler parken. Dass soll den ersten Frost des Jahres simulieren – für den Fall, dass der Geschmackstest beim Pflücken doch nicht zuverlässig war.

3. Am nächsten Tag die Äpfel schälen, vierteln, vom Kerngehäuse befreien und in grobe Stücke schneiden.
Gemeinsam mit den Vogelbeeren (können ruhig noch gefroren sein) in einen großen Topf mit Wasser geben und für circa ??? (schätzomativ 30) Minuten weich kochen.

4. In der Zwischenzeit kann man die Gläser vorbereiten. Mir genügen meistens ein Auswaschen mit heißem Wasser, danach ein Ausrummen mit Ansatzkorn und ein frisches Geschirrtuch zum Draufstellen. Aber da hat ja jeder seine bewährte Methode.

5. Wenn das Obst weich ist (die Vogelbeeren sich also relativ leicht zerdrücken lassen), dieses in ein großes Sieb leeren und gut abtropfen lassen.

6. Dann portionsweise durch die Flotte Lotte drehen.
Für jemanden wie mich, der es mit dem Krafttraining im Fitness-Center nicht so ernst nimmt, ist das ganz schön anstrengend :) .) Denn während die Äpfel praktisch wie von selbst durch die Siebscheibe wandern, sind die Vogelbeeren etwas härter zu knacken. Man sollte sich jedenfalls bemühen, so viel Saft wie möglich aus ihnen herauszuquetschen.

7. Den Kristallzucker in einen großen Topf geben und das Wasser hinzufügen.
Leicht erwärmen, bis sich dieser aufgelöst hat und dann das Fruchtmus beigeben.
Nach Belieben mit Rum und Vanillemark (mit einem Esslöffel Kristallzucker vermischen, damit es sich leichter in der Marmelade verteilt) abschmecken.

8. ??? (Pi mal Daumen 10) Minuten sprudeln kochen lassen.
Auf einem kühlen Teller die Gelierprobe machen. Wird ein draufgepatzter Teelöffel voll Marmelade nicht innerhalb kurzer Zeit fest, war die Gelierkraft der Äpfel allein nicht groß genug und man muss mit ein wenig Pektin nachhelfen.

9. In diesem Fall nimmt man einen Teelöffel voll Pektin und einen Esslöffel voll Kristallzucker und vermischt beides gründlich in einem kleinen Schälchen. Langsam, unter ständigem Rühren, in die Marmelade (eventuell kurz vom Feuer wegziehen) einrieseln lassen.
Man darf das Pektin auch keinen Fall ohne die Trägersubstanz Zucker in die Marmelade geben – das Ergebnis sind lauter kleine Klümpchen und ein ansonsten immer noch nicht fester Fruchtbrei.

10. Noch eine Minute weiterkochen lassen und die Marmelade dann heiß in die Gläser abfüllen.

(nicht-vegane Anmerkung: Am allerbesten schmeckt die Vogelbeermarmelade auf einer Scheibe Striezel oder zum Eintunken für einen würzigen Käsewürfel.)
(Hier im Bild der letzte Marmelade vom Vorjahr… Jetzt heißt’s ein Jahr warten…)

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Rezept als PDF

Ein Gedanke zu “Vogelbeermarmelade

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