Baukasten: Marzipan

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#Tierfreitag

Hier im Bild: die einzige (für mich) vertretbare Form der Massentierhaltung

Eine Frage: Fährt man lieber in einer menschenleeren U-Bahn, in der man sich den Sitzplatz aussuchen, die Tasche neben sich abstellen und die Füße austrecken kann?
Oder lieber in einer vollgestopften, wo man von Vorder- und Hintermann eingequetscht wird, einem ständig jemand auf die Füße tritt und einem der Odeur von ungeduschten Fahrgästen, billigem Parfüm und zwiebellastigem Kebab den Atem nimmt?

Jeder, der sich schon einmal über diesen allmorgendlich U-Bahn-Taumel beschwert hat, müsste also so konsequent sein, kein Fleisch aus Massentierhaltung mehr zu kaufen.
Nur so als kleiner Anstoß für etwaige Neujahrsvorsätze…

Aber nun zum Marzipan. Wieder eines dieser Dinge (wie etwa diesem, diesem, diesem und diesem), bei denen man, hat man es einmal selbst gemacht, äußerst kritisch wird und mit durchschnittlichem Supermarktzeugs nur mehr sehr schwer zufriedenzustellen ist.

Das Rezept ist aus Mamas Erzählungen rekonstruiert, die früher manchmal gemeinsam mit Omama Marzipan selber gemacht hat.

Zutaten (für 400 g Marzipan)

200 g Mandeln (mit Schale)
200 g Staubzucker
Amaretto
Rosenwasser (aus der Apotheke)
eventuell Mandelöl
eventuell Bittermandelöl

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Zubereitung

1. Die Mandeln in einem Topf mit Wasser bedecken und zum Kochen bringen. Wenn das Wasser richtig blubbert, eine Minute stoppen. (Blanchiert man die Mandelkerne kürzer, löst sich die Haut nicht so leicht.)
Danach in ein Sieb schütten und mit kaltem Wasser abschrecken.

2. Die Mandeln am stumpfen Ende zwischen Daumen und Zeigefinger zwicken und den hellen Kern herausquetschen.

3. Die Mandeln in eine beschichtete Pfanne geben und unter Beaufsichtigung und mehrmaligem Durchschwenken (ohne Fett) kurz rösten. Kleine braune Flecken sollten sich bilden.
Dann zum Auskühlen auf einen Teller leeren. (Lässt man die Mandeln in der heißen Pfanne, brennen sie einem vielleicht doch noch an.)

4. In der Küchenmaschine einmal grob reiben.

5. Anschließend in kleinen Portionen (jeweils etwa 3 EL) im Blitzhacker zu ganz feinem Mandelmehl zerkleinern.

6. Und jetzt kommt der anstrengende Teil: Immer 1 EL vom Mandelmehl im Mörser zerdrücken, bis das Fett austritt und die Mandelmasse zusammenhält.

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7. Staubzucker zuerst in eine Schüssel sieben und dann nochmal – diesmal in die Schüssel mit dem Mandel-Quatschker.

8. Zucker und Mandeln gut vermischen und dann etwa 4 EL Amaretto und 1 EL Rosenwasser (sowie eventuell 1 EL Mandelöl für mehr Geschmeidigkeit und einige Tropfen Bittermandel für intensiveren Geschmack) beigeben.
Anschließend gründlich durchkneten – am besten zuerst die halbe Masse und dann in kleinen, handgroßen Portionen.
Falls die Masse noch nicht gut zusammenhält, noch ein bisschen Rosenwasser bzw. Amaretto (je nach persönlichem Geschmack) zugeben.

Anzumerken ist, dass selbstgemachtes Marzipan zwar bei weitem besser schmeckt (und daher gut geeignet für alles ist, wo der Marzipan-Geschmack wichtig ist – wie etwa bei Pralinen), man es aber – trotz aller Anstrengung – nicht ganz so fein hinbekommt, wie Gekauftes (daher ist es für filigrane Basteleien – wie etwa Marzipan-Rosen – nicht so gut geeignet.)

Außerdem trocknet die Oberfläche sehr schnell an – also entweder das fertige Marzipan schnell verarbeiten, oder aber einfach wieder mit ein bisschen Amaretto anfeuchten.

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Rezept als PDF

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